Elterngeldreform einfach erklärt: Das soll sich beim Elterngeld ändern und was das für dich bedeutet

Foto von Frank Flores auf Unsplash
Stand: 2. November 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es Neuigkeiten gibt.
Das Elterngeld soll reformiert werden. Die gute Nachricht zuerst: Es bleibt bei 14 Monaten und die Beträge steigen zum ersten Mal seit 2007. Gleichzeitig ändert sich aber, wie das Elterngeld berechnet und zwischen euch aufgeteilt wird.
In diesem Artikel erklären wir dir einfach und verständlich, was geplant ist und was das für euch bedeutet.
Wichtig: Die Reform ist noch nicht beschlossen. Das Kabinett soll im November 2026 darüber entscheiden. Danach müssen noch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Wann die neuen Regeln gelten, steht noch nicht fest. Bis dahin gilt alles wie bisher.
Die Elterngeldreform auf einen Blick
Bisher | Geplant | |
|---|---|---|
Aufteilung | 12 + 2 Monate | 4-6-4-Modell |
Max Monate für ein Elternteil (Paare) | 12 | 10 |
Höhe | ca. 65 % vom Netto | 80 % in den ersten 4 Monaten, danach 50 % |
Mindestbetrag | 300 € | 330 € |
Höchstbetrag | 1.800 € | 1.900 € |
Beide gleichzeitig zu Hause | nur 1 Monat | so lange ihr wollt |
Weihnachtsgeld | zählt nicht | zählt mit |
Geschwisterbonus | begrenzte Dauer | soll länger gezahlt werden |
Das 4-6-4-Modell: Wie ihr die Monate aufteilt
Es gibt weiterhin 14 Monate Basiselterngeld. Neu ist, wie sie verteilt werden:
4 Monate für dich
4 Monate für deinen Partner oder deine Partnerin
6 Monate, die ihr frei aufteilen könnt
Die 14 Monate gibt es nur, wenn ihr beide mindestens vier Monate nehmt. Nimmt einer weniger, verfallen diese Monate.
Das heißt auch: Ein Elternteil kann höchstens zehn Monate Elterngeld bekommen. Das beliebte Modell „12 Monate Mama, 2 Monate Papa“ gibt es dann nicht mehr.
Neu ist außerdem: Ihr dürft gleichzeitig Elterngeld bekommen, so lange ihr möchtet. Heute geht das nur für einen Monat.
Neue Berechnung: 80 % und 50 % statt 65 %
Heute bekommst du in jedem Monat ungefähr 65 % deines bisherigen Nettogehalts.
Künftig soll es so aussehen:
Monat 1 bis 4: 80 % deines Nettogehalts
Ab Monat 5: 50 % deines Nettogehalts
Die ersten Monate werden also besser bezahlt, die späteren schlechter. Wer lange zu Hause bleibt, bekommt am Ende weniger als heute.
Ebenfalls neu: Weihnachtsgeld oder das 13. Monatsgehalt und ähnliche Sonderzahlungen sollen künftig mitgerechnet werden. Das kann dein Elterngeld etwas erhöhen. Bisher blieben sie außen vor.
Die Mutterschutz-Falle: Warum die 80 % für Mütter oft weniger bringen
Auf den ersten Blick klingen 80 % für beide Eltern fair. Für viele Mütter steckt darin aber ein Haken.
Nach der Geburt sind Mütter acht Wochen im Mutterschutz, bei Früh- oder Mehrlingsgeburten zwölf Wochen. In dieser Zeit bekommen sie Mutterschaftsgeld und meist einen Zuschuss vom Arbeitgeber.
Diese Zeit zählt schon heute als Elterngeldzeit der Mutter. Bleibt es dabei, fallen etwa zwei der vier 80-%-Monate in den Mutterschutz. Dann bleiben für die Mutter nur rund zwei Monate mit 80 % übrig.
Väter können dagegen alle vier Monate mit 80 % nutzen.
Wie genau das im fertigen Gesetz geregelt wird, ist noch offen. Plant den Mutterschutz aber auf jeden Fall mit ein.
Höherer Mindest- und Höchstbetrag
Seit 2007 wurde das Elterngeld nicht erhöht. Jetzt soll es steigen, schließlich hat das Eletrngeld ohne bisherigen Inflationsausgleich laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft rund 38 % an Kaufkraft verloren:
Mindestens: 330 € statt 300 € im Monat
Höchstens: 1.900 € statt 1.800 € im Monat
Gut zu wissen: Wer gut verdient, erreicht schnell den Höchstbetrag. Mehr als 1.900 € im Monat gibt es nicht, auch nicht mit 80 %. Die höhere Ersatzrate bringt Gutverdienenden also nur begrenzt etwas.
Rechenbeispiel: So wirkt sich die Elterngeldreform aus
Mia verdient 2.000 € netto, Jonas 3.000 € netto. Mia ist nach der Geburt zwei Monate im Mutterschutz.
Modell | Mia | Jonas | Elterngeld gesamt |
|---|---|---|---|
Heute: Mia 12, Jonas 2 Monate | 13.000 € | 3.600 € | 16.600 € |
Reform: Mia 10, Jonas 4 Monate | 9.200 € | 7.600 € | 16.800 € |
Reform: Mia 4, Jonas 10 Monate | 3.200 € | 16.600 € | 19.800 € |
Vereinfachte Rechnung. Die Monate im Mutterschutz sind durch Mutterschaftsleistungen abgedeckt und hier nicht eingerechnet.
Was das zeigt:
Wenn Mia und Jonas ähnlich wie heute aufteilen, ändert sich fast nichts.
Mehr Elterngeld gibt es, wenn Jonas länger zu Hause bleibt.
Aber: Jonas verdient mehr. Bleibt er länger zu Hause, fehlt auch mehr Gehalt. Mehr Elterngeld heißt also nicht automatisch mehr Geld für die Familie.
Die beste Aufteilung ist bei jeder Familie anders. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Varianten durchzurechnen. In unserem Experten-Gespräch schauen wir uns gemeinsam an, welche Szenarien für euch am besten passen.
Wer bekommt mehr, wer weniger?
Grob gesagt:
Eher mehr Elterngeld bekommen:
Familien mit kleinerem Einkommen
Familien, in denen einer deutlich mehr verdient als der andere, zum Beispiel wenn einer in Teilzeit arbeitet
Familien, in denen ein Elternteil vor der Geburt nicht gearbeitet hat
Familien, die schon heute den Höchstbetrag bekommen
Familien mit Weihnachtsgeld oder anderen Sonderzahlungen
Eher weniger Elterngeld bekommen:
Paare mit mittlerem Einkommen, bei denen beide ähnlich viel verdienen
Mütter, die lange zu Hause bleiben möchten
Familien, bei denen ein Elternteil keine vier Monate nehmen kann
Noch offen: Menschen mit sehr kleinem Einkommen bekommen heute einen Zuschlag. Ob es diesen Zuschlag nach der Reform noch gibt, ist unklar.
Was bedeutet die Reform für Alleinerziehende?
Alleinerziehende sollen weiterhin bis zu 14 Monate Elterngeld bekommen. Ob für sie auch die neue Regel mit 80 % und 50 % gilt, ist noch nicht bekannt.
Was du jetzt tun kannst
Ruhig bleiben: Noch ist nichts beschlossen. Bis dahin gelten die alten Regeln.
Mutterschutz einplanen: Er zählt voraussichtlich zu den ersten Monaten der Mutter.
Früh gemeinsam planen: Wer bleibt wann und wie lange zu Hause?
Varianten vergleichen: Schaut nicht nur aufs Elterngeld, sondern auf euer gesamtes Einkommen.
Mit dem Arbeitgeber sprechen: Besonders wenn Väter künftig länger zu Hause bleiben.
Geld zur Seite legen: Falls möglich, jetzt schon monatlich Geld sparen, durch das ihr dann euer Elterngeld aufstocken könnt.
Wir haben formie gebaut, weil uns Elterngeld selbst zu kompliziert war. Mit der formie App stellst du deinen Elterngeldantrag Schritt für Schritt und in einfacher Sprache. Und du siehst, wie ihr eure Monate am besten aufteilt. Sobald die Reform beschlossen ist, findest du die neuen Regeln auch in der App.
Häufige Fragen zur Elterngeldreform
Was ist das 4-6-4-Modell?
Jeder Elternteil hat vier feste Monate. Sechs weitere Monate könnt ihr frei aufteilen. Zusammen sind das 14 Monate.
Ab wann gilt die Elterngeldreform?
Das steht noch nicht fest. Das Kabinett soll im November 2026 entscheiden.
Wird das Elterngeld auf 12 Monate gekürzt?
Nein. Es bleibt bei 14 Monaten, wenn beide Eltern mindestens vier Monate nehmen.
Wie hoch ist das Elterngeld nach der Reform?
In den ersten vier Monaten 80 % vom Netto, danach 50 %. Mindestens 330 €, höchstens 1.900 € im Monat.
Zählt der Mutterschutz zu den 80-%-Monaten?
Das ist noch nicht endgültig geregelt. Heute zählt der Mutterschutz nach der Geburt als Elterngeldzeit der Mutter. Bleibt es dabei, fallen etwa zwei der vier 80-%-Monate in den Mutterschutz.
Kann ein Elternteil noch 12 Monate Elterngeld bekommen?
Bei Paaren nicht. Ein Elternteil kann höchstens zehn Monate bekommen.
Dürfen beide Eltern gleichzeitig Elterngeld bekommen?
Ja, künftig ohne Begrenzung.
Zählt Weihnachtsgeld künftig mit?
Ja, das ist geplant.
Ändert sich etwas an der Elternzeit?
Nein. Die Reform betrifft nur das Elterngeld, nicht deinen Anspruch auf Elternzeit.
Stand: 2. November 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es Neuigkeiten gibt.
Das Elterngeld soll reformiert werden. Die gute Nachricht zuerst: Es bleibt bei 14 Monaten und die Beträge steigen zum ersten Mal seit 2007. Gleichzeitig ändert sich aber, wie das Elterngeld berechnet und zwischen euch aufgeteilt wird.
In diesem Artikel erklären wir dir einfach und verständlich, was geplant ist und was das für euch bedeutet.
Wichtig: Die Reform ist noch nicht beschlossen. Das Kabinett soll im November 2026 darüber entscheiden. Danach müssen noch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Wann die neuen Regeln gelten, steht noch nicht fest. Bis dahin gilt alles wie bisher.
Die Elterngeldreform auf einen Blick
Bisher | Geplant | |
|---|---|---|
Aufteilung | 12 + 2 Monate | 4-6-4-Modell |
Max Monate für ein Elternteil (Paare) | 12 | 10 |
Höhe | ca. 65 % vom Netto | 80 % in den ersten 4 Monaten, danach 50 % |
Mindestbetrag | 300 € | 330 € |
Höchstbetrag | 1.800 € | 1.900 € |
Beide gleichzeitig zu Hause | nur 1 Monat | so lange ihr wollt |
Weihnachtsgeld | zählt nicht | zählt mit |
Geschwisterbonus | begrenzte Dauer | soll länger gezahlt werden |
Das 4-6-4-Modell: Wie ihr die Monate aufteilt
Es gibt weiterhin 14 Monate Basiselterngeld. Neu ist, wie sie verteilt werden:
4 Monate für dich
4 Monate für deinen Partner oder deine Partnerin
6 Monate, die ihr frei aufteilen könnt
Die 14 Monate gibt es nur, wenn ihr beide mindestens vier Monate nehmt. Nimmt einer weniger, verfallen diese Monate.
Das heißt auch: Ein Elternteil kann höchstens zehn Monate Elterngeld bekommen. Das beliebte Modell „12 Monate Mama, 2 Monate Papa“ gibt es dann nicht mehr.
Neu ist außerdem: Ihr dürft gleichzeitig Elterngeld bekommen, so lange ihr möchtet. Heute geht das nur für einen Monat.
Neue Berechnung: 80 % und 50 % statt 65 %
Heute bekommst du in jedem Monat ungefähr 65 % deines bisherigen Nettogehalts.
Künftig soll es so aussehen:
Monat 1 bis 4: 80 % deines Nettogehalts
Ab Monat 5: 50 % deines Nettogehalts
Die ersten Monate werden also besser bezahlt, die späteren schlechter. Wer lange zu Hause bleibt, bekommt am Ende weniger als heute.
Ebenfalls neu: Weihnachtsgeld oder das 13. Monatsgehalt und ähnliche Sonderzahlungen sollen künftig mitgerechnet werden. Das kann dein Elterngeld etwas erhöhen. Bisher blieben sie außen vor.
Die Mutterschutz-Falle: Warum die 80 % für Mütter oft weniger bringen
Auf den ersten Blick klingen 80 % für beide Eltern fair. Für viele Mütter steckt darin aber ein Haken.
Nach der Geburt sind Mütter acht Wochen im Mutterschutz, bei Früh- oder Mehrlingsgeburten zwölf Wochen. In dieser Zeit bekommen sie Mutterschaftsgeld und meist einen Zuschuss vom Arbeitgeber.
Diese Zeit zählt schon heute als Elterngeldzeit der Mutter. Bleibt es dabei, fallen etwa zwei der vier 80-%-Monate in den Mutterschutz. Dann bleiben für die Mutter nur rund zwei Monate mit 80 % übrig.
Väter können dagegen alle vier Monate mit 80 % nutzen.
Wie genau das im fertigen Gesetz geregelt wird, ist noch offen. Plant den Mutterschutz aber auf jeden Fall mit ein.
Höherer Mindest- und Höchstbetrag
Seit 2007 wurde das Elterngeld nicht erhöht. Jetzt soll es steigen, schließlich hat das Eletrngeld ohne bisherigen Inflationsausgleich laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft rund 38 % an Kaufkraft verloren:
Mindestens: 330 € statt 300 € im Monat
Höchstens: 1.900 € statt 1.800 € im Monat
Gut zu wissen: Wer gut verdient, erreicht schnell den Höchstbetrag. Mehr als 1.900 € im Monat gibt es nicht, auch nicht mit 80 %. Die höhere Ersatzrate bringt Gutverdienenden also nur begrenzt etwas.
Rechenbeispiel: So wirkt sich die Elterngeldreform aus
Mia verdient 2.000 € netto, Jonas 3.000 € netto. Mia ist nach der Geburt zwei Monate im Mutterschutz.
Modell | Mia | Jonas | Elterngeld gesamt |
|---|---|---|---|
Heute: Mia 12, Jonas 2 Monate | 13.000 € | 3.600 € | 16.600 € |
Reform: Mia 10, Jonas 4 Monate | 9.200 € | 7.600 € | 16.800 € |
Reform: Mia 4, Jonas 10 Monate | 3.200 € | 16.600 € | 19.800 € |
Vereinfachte Rechnung. Die Monate im Mutterschutz sind durch Mutterschaftsleistungen abgedeckt und hier nicht eingerechnet.
Was das zeigt:
Wenn Mia und Jonas ähnlich wie heute aufteilen, ändert sich fast nichts.
Mehr Elterngeld gibt es, wenn Jonas länger zu Hause bleibt.
Aber: Jonas verdient mehr. Bleibt er länger zu Hause, fehlt auch mehr Gehalt. Mehr Elterngeld heißt also nicht automatisch mehr Geld für die Familie.
Die beste Aufteilung ist bei jeder Familie anders. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Varianten durchzurechnen. In unserem Experten-Gespräch schauen wir uns gemeinsam an, welche Szenarien für euch am besten passen.
Wer bekommt mehr, wer weniger?
Grob gesagt:
Eher mehr Elterngeld bekommen:
Familien mit kleinerem Einkommen
Familien, in denen einer deutlich mehr verdient als der andere, zum Beispiel wenn einer in Teilzeit arbeitet
Familien, in denen ein Elternteil vor der Geburt nicht gearbeitet hat
Familien, die schon heute den Höchstbetrag bekommen
Familien mit Weihnachtsgeld oder anderen Sonderzahlungen
Eher weniger Elterngeld bekommen:
Paare mit mittlerem Einkommen, bei denen beide ähnlich viel verdienen
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